Hulunbuir – Stadt geboren aus Gras und Wind

Hulunbuir – Stadt geboren aus Gras und Wind

Hier mit dem Fahrrad zu fahren war eine Katastrophe. Vielleicht hätte ich mir lieber einen Jeep nehmen sollen, denn ein langes Stück von Ergun nach Hulunbuir wurde gerade gebaut. Ein lockerer Ritt über die Grasländer: Fehlanzeige. Vielleicht ändere ich aber meine Meinung nach Fertigstellung der Landstraße. Am Horizont sah ich einen buddhistischen Gebetsschrein, der in der Ferne die Stadt Hulunbuir ankündigte. Ein Zeichen der Hoffnung.

Die gute Nachricht: Die Stadt Hulunbuir wird von nichts anderem als Grasland umgeben und bringt das ersehnte Mongolei Feeling. Gras und Wind. Hunderte von weidenden Schafen stehen auf den hektarweiten Grasflächen und kauen routiniert an ihren Grashalmen. Die schlechte Nachricht: “Du bist zur falschen Zeit hier. Du musst im Juli oder August wiederkommen!”. Diesen nett gemeinten Ratschlag habe ich schon so oft gehört wie ich Schafe gesehen habe. Gleichzeitig wird mir geraten, einen Abstecher nach Manzhouli an der russischen Grenzen zu machen. Dort wird es wahrscheinlich noch mehr russische Bäckereien geben als in Ergun. Leider hatte ich keine Zeit für diesen Umweg. Außerdem war ich nicht wirklich als Tourist dort sondern  eher auf der Durchreise. Dieses Konzept verstehen die meisten aber eher weniger.

 

Hulunbuir

Der Name der Stadt ist geprägt durch die zwei Seen Hulun und Buir, von denen man nachsagt, dass sie auf eine alte Legende um ein Liebespaar zurückgeht. Ein hübsches mongolisches Mädchen, Hulun, und ihr starker Freund, Buir, setzten sich gegen einen Dämon zur Wehr.  Aus Liebe zu ihrem Land verwandelten sich die beiden in zwei Seen, die seitdem frisches Wasser für Land und Leute bereithalten. Die Grundlage für die Ansiedlung der Mongolen und den Großraum Hulunbuir war geschaffen, zumindest der Legende nach.

Als ich die Stadt erreichte, kehrte ich sofort ins Chicheng Hostel ein. Es wird von einem netten Paar geführt, jedoch nicht Hulun und Buir. Mit den beiden kochten wir zuerst ein paar lokale Speisen, bevor ich mich auf den Weg in die Stadt machte. Ein süßes kleines Städtchen mit vielen Brücken, das wie die Stadt Ergun bei Nacht sogar noch mehr Eindruck macht und sogar einen kleinen russischen Markt beherbergt.


Mit den hunderten Hektar Grasland im Umkreis fühlte ich mich eindeutig in der Inneren Mongolei angekommen und war gespannt, was mich noch weiter südlich erwartete.

Jörg

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