Plus-Minus

Plus-Minus

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Ich sitze am Strand von Kuta und die feucht-warme Luft weht mir um die Ohren. Ich bin wieder am Meer, lausche und betrachte die Schallwellen der Weite. Kuta Beach gleicht Mallorcas Ballermann. An jeder Ecke noble Strandrestaurants und Markenläden. Leider bringt das auch eine enorme Vermüllung des Strandes und der Promenade mit sich, statt Muscheln finde ich Keksfolie und Blechdosen. Überall werden mir Souvenirs feilgeboten, von denen viele schick aussehen, aber für die ich weder Geld noch Verwendung habe.

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 Und inmitten der Urlauber wird mir etwas bewusst. Ich bin keiner. Wir sind alle am selben Ort aber ich gehöre nicht dazu. Im Urlaub  sich etwas gönnen, am Strand liegen und sich vom Malochen der letzten Monate erholen, abends schön essen gehen. Ich habe weder Urlaubskasse noch Himmelbett im stilvollen Hotel. Mein Zuhause ist wo immer ich gerade bin und ändert sich mit jedem Ortswechsel. Ich esse vorzügliche indonesische Speisen für ca. 1 Euro pro Mahlzeit und buche stets die günstigste Unterkunft bzw. surfe auf Couches. Und es gibt keinen auf 2 Wochen begrenzten Druck, meine Batterien möglichst schnell wieder aufzuladen. Stattdessen entlade ich sie mal schneller oder langsamer und lade diese genauso schnell auf, manchmal fällt Ent- und Auflademoment sogar zeitlich zusammen. Zum Beispiel bei der Suche nach einer Unterkunft mit Gepäck an einer tropischen Strandpromenade, während alle 5 Sekunden sich jemand in den Weg stellt und Souvenirs billig anprangert oder mich “Yes, Taxi” anbrüllt.

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Eine Unterkunft für 5 Euro, die mehr an einen okkulten Tempel erinnert und von 2 sympathischen Reggaemusikern geführt wird, wirkt jedoch sofort wieder ein Starkstromladegerät. Nach einer Dusche und Chillen mit zwei Mädels aus Sankt Petersburg sind meine Batterien wieder geladen.

3 volle Tage Bali können beginnen.

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